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Möge dein Herz heute ein wenig Frieden finden.
„Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; / hab keine Angst, denn ich bin dein…“
Danke, dass du dir Zeit zum Beten genommen hast. Unsere Liebe Frau betet für dich.
Vertraue weiter: Gott öffnet zur rechten Zeit einen Weg.
Mit diesen Anliegen passen wir die Besinnungen und Verse an, die für dich passend sind.
…
…
…
…
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Kombiniere mehrere Gebete zu einer täglichen Folge, zum Beispiel Akt der Reue → Novene der drei Gegrüßet seist du, Maria → Vaterunser 77-mal über 9 Tage, mit einer einzigen Erinnerung. Tippe auf dem Start auf Persönlichen Gebetsplan erstellen oder öffne den Kalender und tippe unter Meine Gebetspläne auf + Neu erstellen.





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Avevia wurde gemacht, damit Katholiken auf der ganzen Welt jeden Tag treuer beten können – mit Erinnerungen, die helfen, statt zu stören.
Wir schreiben Gebete nie aus dem Gedächtnis um. Jedes Gebet nennt offen seine Quelle.
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Die Grundgebete, das Fundament fast jeder katholischen Andacht.
Im Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn,
unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme,
dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes,
Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
Ehre sei dem Vater
und dem Sohn
und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang,
so auch jetzt und alle Zeit
und in Ewigkeit. Amen.
Sei gegrüßt, o Königin,
Mutter der Barmherzigkeit,
unser Leben, unsre Wonne
und unsre Hoffnung, sei gegrüßt!
Zu dir rufen wir
verbannte Kinder Evas.
Zu dir seufzen wir trauernd und weinend
in diesem Tal der Tränen.
Wohlan denn, unsre Fürsprecherin,
wende deine barmherzigen Augen
uns zu,
und nach diesem Elend zeige uns Jesus,
die gebenedeite Frucht deines Leibes!
O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria!
Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria, es ist noch nie gehört worden, dass jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm, deinen Beistand anrief und um deine Fürbitte flehte, von dir verlassen worden ist. Von diesem Vertrauen beseelt, nehme ich meine Zuflucht zu dir, o Jungfrau der Jungfrauen, meine Mutter, zu dir komme ich, vor dir stehe ich als ein sündiger Mensch. O Mutter des ewigen Wortes, verschmähe nicht meine Worte, sondern höre sie gnädig an und erhöre mich! Amen.
Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir,
o heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren,
o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe,
und das ewige Licht leuchte ihnen.
Lass sie ruhen in Frieden. Amen.
Mein Gott, aus ganzem Herzen bereue ich alle meine Sünden, nicht nur wegen der gerechten Strafen, die ich dafür verdient habe, sondern vor allem, weil ich dich beleidigt habe, das höchste Gut, das würdig ist, über alles geliebt zu werden. Darum nehme ich mir fest vor, mit Hilfe deiner Gnade nicht mehr zu sündigen und die Gelegenheiten zur Sünde zu meiden. Amen.
Kurze Gebete für bestimmte Momente des Tages.
Es wird in der Osterzeit, vom Ostersonntag bis Pfingsten, anstelle des Angelus gebetet.
O Himmelskönigin, frohlocke.
Halleluja.
Denn er, den du zu tragen würdig warst,
Halleluja,
ist erstanden, wie er sagte.
Halleluja.
Bitt Gott für uns, Maria.
Halleluja.
Freu dich und frohlocke, Jungfrau Maria.
Halleluja.
Denn der Herr ist wahrhaft auferstanden,
Halleluja.
Lasset uns beten.
Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, hast du die Welt mit Jubel erfüllt. Lass uns durch seine jungfräuliche Mutter Maria zur unvergänglichen Osterfreude gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, hast du die Welt mit Jubel erfüllt. Lass uns durch seine jungfräuliche Mutter Maria zur unvergänglichen Osterfreude gelangen.

Der Engel des Herrn
brachte Maria die Botschaft.
- Und sie empfing vom Heiligen Geist.
Gegrüßet seist du, Maria …
Maria sprach:
Siehe, ich bin die Magd des Herrn.
- Mir geschehe nach deinem Wort.
Gegrüßet seist du, Maria …
Und das Wort ist Fleisch geworden.
- Und hat unter uns gewohnt.
Gegrüßet seist du, Maria …
Bitte für uns, heilige Gottesmutter.
Dass wir würdig werden
der Verheißungen Christi.
Lasset uns beten.
Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Ehre sei dem Vater …
Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Wähle die Geheimnisse, die du beten möchtest. Die App führt dich Schritt für Schritt: Eröffnungsgebete, fünf Geheimnisse (jeweils 1 Vaterunser, 10 Gegrüßet seist du, Maria und ein Ehre sei dem Vater), dann die Schlussgebete.
Kreuzzeichen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Apostolisches Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.
Vaterunser, Ehre sei dem Vater, danach drei Gegrüßet seist du, Maria zu Beginn (für Glaube, Hoffnung und Liebe).
Vaterunser → 10 Gegrüßet seist du, Maria → Ehre sei dem Vater.
Dieses Gebet wird mit einem einfachen Rosenkranz gebetet.
Bei den ersten drei Perlen:
1. Vater unser
2. Gegrüßet seist du, Maria
3. Apostolisches Glaubensbekenntnis
4. Bei jeder großen Perle wird anstelle des normalerweise gebeteten „Vater unser“ folgendes Gebet gesprochen:
Ewiger Vater,
ich opfere Dir auf
den Leib und das Blut,
die Seele und die Gottheit
Deines über alles geliebten Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus,
zur Sühne für unsere Sünden
und für die Sünden der ganzen Welt.
5. Bei den kleinen Perlen wird anstelle des normalerweise gebeteten „Gegrüßet seist du, Maria“ folgendes Gebet gesprochen:
Durch sein schmerzhaftes Leiden habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.
6. Am Ende des Rosenkranzes wird folgende Anrufung dreimal wiederholt:
Heiliger Gott,
heiliger starker Gott,
heiliger unsterblicher Gott,
habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.
7. Schlussgebet (fakultativ)
Gott, barmherziger Vater, der Du Deine Liebe in Deinem Sohn Jesus Christus offenbart und über uns ausgegossen hast im Heiligen Geist, dem Tröster, Dir vertrauen wir heute die Geschicke der Welt und jedes Menschen an. Neige Dich zu uns Sündern herab, heile unsere Schwäche, besiege alles Böse, hilf, dass alle Menschen der Erde Dein Erbarmen erfahren und in Dir, dem dreieinigen Gott, die Quelle der Hoffnung finden. Ewiger Vater, um des schmerzvollen Leidens und der Auferstehung Deines Sohnes willen, habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt! Amen. (Hl. Johannes Paul II.)
Heiliger Erzengel Michael, beschirme uns im Kampfe
gegen die Bosheiten und Nachstellungen des Teufels.
Sei Du unsere Schutzwehr; Gott gebiete ihm mit Macht,
wir bitten demütig darum.
Und Du, Fürst der himmlischen Heerscharen,
stürze den Satan und die anderen bösen Geister,
die zum Verderben der Seelen in der Welt umherwandern,
mit göttlicher Kraft in die Hölle hinab. Amen.
Engel Gottes,
mein Beschützer,
Gott hat dich gesandt, mich zu begleiten.
Erleuchte, beschütze, leite und führe mich.
Amen.
Seele Christi, heilige mich!
Leib Christi, rette mich!
Blut Christi, tränke mich!
Wasser der Seite Christi, wasche mich!
Leiden Christi, stärke mich!
O guter Jesus, erhöre mich!
Birg in deinen Wunden mich!
Von dir lass nimmer scheiden mich!
Vor dem bösen Feind beschütze mich!
In meiner Todesstunde rufe mich!
Zu dir zu kommen, heiße mich,
mit deinen Heiligen zu loben dich
in deinem Reiche ewiglich! Amen.
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Du kannst nicht spenden? Kein Problem. Deine Gebete bedeuten uns viel.
Wir glauben an den einen Gott,
den Vater,
den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, christliche und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.
Amen.
Herr und Gott, ich glaube fest und bekenne alles und jedes, was die heilige katholische Kirche zu glauben lehrt. Denn du, o Gott, hast das alles geoffenbart, der du die ewige Wahrheit und Weisheit bist, die weder täuschen noch getäuscht werden kann. In diesem Glauben will ich leben und sterben. Amen.
Herr und Gott, ich hoffe, dass ich durch deine Gnade die Vergebung aller Sünden und nach diesem Leben die ewige Seligkeit erlange. Denn du hast das versprochen, der du unendlich mächtig, treu, gütig und barmherzig bist. In dieser Hoffnung will ich leben und sterben. Amen.
Herr und Gott, ich liebe dich über alles und meinen Nächsten um deinetwillen. Denn du bist das höchste, unendliche und vollkommenste Gut, das aller Liebe würdig ist. In dieser Liebe will ich leben und sterben. Amen.
Komm herab, o Heil’ger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.
Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.
Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not,
in der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.
Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.
Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.
Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.
Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit. Amen.
Komm, Heil’ger Geist, der Leben schafft,
erfülle uns mit deiner Kraft.
Dein Schöpferwort rief uns zum Sein:
Nun hauch uns Gottes Odem ein.
Komm, Tröster, der die Herzen lenkt,
du Beistand, den der Vater schenkt;
aus dir strömt Leben, Licht und Glut,
du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.
Dich sendet Gottes Allmacht aus
im Feuer und in Sturmes Braus;
du öffnest uns den stummen Mund
und machst der Welt die Wahrheit kund.
Entflamme Sinne und Gemüt,
dass Liebe unser Herz durchglüht
und unser schwaches Fleisch und Blut
in deiner Kraft das Gute tut.
Die Macht des Bösen banne weit,
schenk deinen Frieden allezeit.
Erhalte uns auf rechter Bahn,
dass Unheil uns nicht schaden kann.
Lass gläubig uns den Vater sehn,
sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und dir vertraun, der uns durchdringt
und uns das Leben Gottes bringt.
Den Vater auf dem ew’gen Thron
Und seinen auferstandnen Sohn,
dich, Odem Gottes, Heil’ger Geist,
auf ewig Erd’ und Himmel preist. Amen.
Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt
über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit
seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig
alle Geschlechter!
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm
machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehn.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit
und in Ewigkeit. Amen.
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels!
Denn er hat sein Volk besucht
und ihm Erlösung geschaffen;
er hat uns einen starken Retter erweckt
im Hause seines Knechtes David.
So hat er verheißen von alters her
durch den Mund seiner heiligen Propheten.
Er hat uns errettet vor unsern Feinden
und aus der Hand aller, die uns hassen;
er hat das Erbarmen mit den Vätern
an uns vollendet
und an seinen heiligen Bund gedacht,
an den Eid,
den er unserm Vater Abraham geschworen hat;
er hat uns geschenkt,
dass wir, aus Feindeshand befreit,
ihm furchtlos dienen
in Heiligkeit und Gerechtigkeit
vor seinem Angesicht all unsre Tage.
Und du, Kind,
wirst Prophet des Höchsten heißen;
denn du wirst dem Herrn vorangehn
und ihm den Weg bereiten.
Du wirst sein Volk
mit der Erfahrung des Heils beschenken
in der Vergebung der Sünden.
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes
wird uns besuchen
das aufstrahlende Licht aus der Höhe,
um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes
und unsre Schritte zu lenken
auf den Weg des Friedens.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang,
so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen.
Dich, Gott, loben wir,
dich, Herr, preisen wir.
Dir, dem ewigen Vater,
huldigt das Erdenrund.
Dir rufen die Engel alle,
dir Himmel und Mächte insgesamt,
die Kerubim dir und die Serafim,
mit niemals endender Stimme zu:
Heilig, heilig, heilig
der Herr, der Gott der Scharen!
Voll sind Himmel und Erde
von deiner hohen Herrlichkeit.
Dich preist der glorreiche Chor der Apostel;
dich der Propheten lobwürdige Zahl;
dich der Märtyrer leuchtendes Heer;
dich preist über das Erdenrund
die heilige Kirche;
dich, den Vater unermessbarer Majestät;
deinen wahren und einzigen Sohn;
und den Heiligen Fürsprecher Geist.
Du König der Herrlichkeit, Christus.
Du bist des Vaters allewiger Sohn.
Du hast der Jungfrau Schoß nicht verschmäht,
bist Mensch geworden,
den Menschen zu befreien.
Du hast bezwungen des Todes Stachel
und denen, die glauben,
die Reiche der Himmel aufgetan.
Du sitzest zur Rechten Gottes
in deines Vaters Herrlichkeit.
Als Richter, so glauben wir,
kehrst du einst wieder.
Dich bitten wir denn,
komm deinen Dienern zu Hilfe,
die du erlöst mit kostbarem Blut.
In der ewigen Herrlichkeit
zähle uns deinen Heiligen zu.
Rette dein Volk, o Herr,
und segne dein Erbe;
und führe sie
und erhebe sie bis in Ewigkeit.
An jedem Tag benedeien wir dich
und loben in Ewigkeit deinen Namen,
ja, in der ewigen Ewigkeit.
In Gnaden wollest du, Herr,
an diesem Tag uns ohne Schuld bewahren.
Erbarme dich unser, o Herr,
erbarme dich unser.
Lass über uns dein Erbarmen geschehn,
wie wir gehofft auf dich.
Auf dich, o Herr,
habe ich meine Hoffnung gesetzt.
In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.
℣. Lasst uns beten für unseren Heiligen Vater Leo XIV.
℟. Der Herr behüte ihn und erhalte sein Leben, er lasse ihn gesegnet sein auf Erden und übergebe ihn nicht dem Hass seiner Feinde.
Vater Unser. Gegrüßet seist du, Maria.
Lasset uns beten.
Gott, Du Hirte und Lenker aller Gläubigen, schau gnädig herab auf Deinen DienerLeo XIV., den Du zum Hirten Deiner Kirche bestellt hast; lass ihn, wir bitten Dich, durch Wort und Beispiel seine Untergebenen fördern, auf dass er mit der ihm anvertrauten Herde zum ewigen Leben gelange. Durch Christus unseren Herrn. Amen.
Mein Jesus, ich glaube, dass Du im allerheiligsten Sakrament des Altares zugegen bist. Ich liebe dich über alles und meine Seele sehnt sich nach Dir. Da ich Dich aber jetzt im Sakrament des Altares nicht empfangen kann, so komme wenigstens geistigerweise zu mir. Ich umfange Dich, als wärest Du schon bei mir und vereinige mich mit Dir! Ich bete Dich in tiefster Ehrfurcht an. Lass nicht zu, dass ich mich je von Dir trenne. Amen. (Alfons von Liguori)
Zu deinen Füßen, o mein Jesus, werfe ich mich nieder und bringe Dir die Reue meines zerknirschten Herzens dar, das sich mit seinem Nichts in Deiner heiligen Gegenwart verdemütigt. Ich bete Dich an im Sakrament Deiner Liebe, der unfassbaren Eucharistie. Ich sehne mich danach, Dich in der armen Wohnstatt meines Herzens zu empfangen. Während ich das Glück der sakramentalen Kommunion erwarte, möchte ich Dich im Geist besitzen. Komm zu mir, o mein Jesus, da ich zu Dir komme! Die Liebe umfange mein ganzes Sein im Leben und im Tod. Ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich. Amen. (Kardinal Merry del Val)
Sei gegrüßt, du Beschützer des Erlösers
und Bräutigam der Jungfrau Maria.
Dir hat Gott seinen Sohn anvertraut,
auf dich setzte Maria ihr Vertrauen,
bei dir ist Christus zum Mann herangewachsen.
O heiliger Josef, erweise dich auch uns als Vater,
und führe uns auf unserem Lebensweg.
Erwirke uns Gnade, Barmherzigkeit und Mut,
und beschütze uns vor allem Bösen. Amen.
(Papst Franziskus, Patris Corde)
Jesus, Maria und Josef,
in euch betrachten wir
den Glanz der wahren Liebe,
an euch wenden wir uns voll Vertrauen.
Heilige Familie von Nazareth,
mache auch unsere Familien
zu Orten innigen Miteinanders
und zu Gemeinschaften des Gebetes, zu echten Schulen des Evangeliums und zu kleinen Hauskirchen.
Heilige Familie von Nazareth,
nie mehr gebe es in unseren Familien Gewalt, Halsstarrigkeit und Spaltung; wer Verletzung erfahren
oder Anstoß nehmen musste,
finde bald Trost und Heilung.
Heilige Familie von Nazareth,
lass allen bewusst werden,
wie heilig und unantastbar die Familie ist
und welche Schönheit sie besitzt im Plan Gottes.
Jesus, Maria und Josef,
hört und erhört unser Flehen.
Amen.
(Papst Franziskus, Amoris Laetitia, 325)
O Maria, Mutter Gottes, die du auch unsere Mutter bist, wir kommen zu dir in dieser Stunde der Bedrängnis. Du bist Mutter, du liebst uns und du kennst uns. Dir ist nicht verborgen, was uns im Herzen bewegt. Mutter der Barmherzigkeit, wie oft haben wir deine zärtliche Fürsorge erfahren, deine friedenbringende Gegenwart, denn du geleitest uns immer zu Jesus, dem Fürsten des Friedens.
Wir aber sind vom Weg des Friedens abgekommen. Wir haben die Lehren aus den Tragödien des letzten Jahrhunderts und das Opfer der Millionen in den Weltkriegen Gefallenen vergessen. Wir haben die Verpflichtungen, die wir als Gemeinschaft der Nationen eingegangen sind, nicht erfüllt, und wir verraten die Träume der Völker vom Frieden und die Hoffnungen der jungen Menschen. Wir sind an Gier erkrankt, wir haben uns in nationalistischen Interessen verschlossen, wir haben zugelassen, dass Gleichgültigkeit und Egoismus uns lähmen. Wir haben Gott nicht beachtet, wir haben es vorgezogen, mit unseren Lügen zu leben, Aggressionen zu nähren, Leben zu unterdrücken und Waffen zu horten. Dabei haben wir vergessen, dass wir die Hüter unserer Nächsten und unseres gemeinsamen Hauses sind. Mit Kriegen haben wir den Garten der Erde verwüstet, mit unseren Sünden haben wir das Herz unseres Vaters verletzt, der will, dass wir Brüder und Schwestern sind. Wir sind allen und allem gegenüber gleichgültig geworden, außer uns selbst. Und schamerfüllt sagen wir: Vergib uns, Herr!
Im Elend der Sünde, in unserer Erschöpfung und Hinfälligkeit, in der geheimnisvollen Ungerechtigkeit des Bösen und des Krieges erinnerst du, heilige Mutter, uns daran, dass Gott uns nicht verlässt, sondern stets mit Liebe auf uns schaut, mit dem Wunsch, uns zu vergeben und uns aufzurichten. Er selbst hat dich uns geschenkt und der Kirche und der ganzen Menschheit in deinem Unbefleckten Herzen eine Zuflucht geschaffen. Aufgrund der Liebe Gottes bist du bei uns und auch durch die schwierigsten Momente der Geschichte geleitest du uns voll Zärtlichkeit.
So kommen wir zu dir und klopfen an die Tür deines Herzens, wir, deine geliebten Kinder, die du zu allen Zeiten unermüdlich aufsuchst und zur Umkehr einlädst. Komm in dieser dunklen Stunde zu uns, um uns beizustehen und uns zu trösten. Sag uns immer wieder neu: „Bin ich denn nicht da, ich, die ich deine Mutter bin?“ Du kannst die Verstrickungen unseres Herzens und die Knoten unserer Zeit lösen. Wir setzen unser Vertrauen in dich. Wir sind gewiss, dass du, besonders in Zeiten der Prüfung, unser Flehen nicht verschmähst und uns zu Hilfe kommst.
So hast du dich auch in Kana in Galiläa verhalten, als du erwirkt hast, dass Jesus eingriff, noch ehe seine Stunde gekommen war. So hast du der Welt sein erstes Zeichen vermittelt. Als sich die Festesfreude in Trübsal verwandelt hatte, sagtest du zu ihm: „Sie haben keinen Wein mehr“ (Joh 2,3). Verwende dich erneut für uns, o Mutter, denn heute ist uns der Wein der Hoffnung ausgegangen, die Freude ist geschwunden, die Geschwisterlichkeit verwässert. Wir haben die Menschlichkeit verloren, wir haben den Frieden verspielt. Wir sind zu aller Gewalt und Zerstörung fähig geworden. Wir bedürfen dringend deines mütterlichen Eingreifens.
Nimm an, o Mutter, unser Gebet.
Du Stern des Meeres, lass uns im Sturm des Krieges nicht untergehen.
Du Arche des Neuen Bundes, zeige uns Möglichkeiten und Wege der Versöhnung.
Führe, „du Irdische im Himmel“, die Welt wieder zu göttlicher Eintracht.
Beende den Hass, besänftige die Rachsucht, lehre uns Vergebung.
Befreie uns von Krieg, bewahre die Welt angesichts der nuklearen Bedrohung.
Du Königin vom Rosenkranz, erwecke in uns wieder das Bedürfnis zu beten und zu lieben.
Du Königin der Menschheitsfamilie, zeige den Völkern den Weg der Geschwisterlichkeit.
Du Königin des Friedens, erbitte der Welt den Frieden.
Deine Traurigkeit, o Mutter, erweiche unsere verhärteten Herzen. Die Tränen, die du für uns vergossen hast, mögen dieses Tal wieder aufblühen lassen, das unser Hass verdorren ließ. Lass uns, bei allem Lärm der Waffen, durch dein Gebet zum Frieden finden. Liebkose mit deinen mütterlichen Händen alle, die leiden und vor den Bomben fliehen. Lass alle, die ihr Zuhause und ihr Land verlassen müssen, in deiner mütterlichen Umarmung Trost finden. Dein betrübtes Herz erwecke in uns Mitgefühl und dränge uns, unsere Türen zu öffnen und uns der verwundeten und verstoßenen Menschen anzunehmen.
Heilige Mutter Gottes, als du unter dem Kreuz gestanden bist, sagte Jesus, als er den Jünger neben dir sah: „Siehe, dein Sohn“ (Joh 19,26). Damit hat er dir einen jeden von uns anvertraut. Dann sagte er zu dem Jünger, und somit zu einem jeden von uns: „Siehe, deine Mutter“ (V. 27). Mutter, wir wollen dich heute in unser Leben und in unsere Geschichte bereitwillig aufnehmen. Die erschöpfte und verstörte Menschheit steht in dieser Stunde mit dir unter dem Kreuz. Und sie verspürt die Notwendigkeit, sich dir anzuvertrauen und sich durch dich Christus zu weihen. Das ukrainische Volk und das russische Volk, die dich liebevoll verehren, kommen zu dir, und dein Herz schlägt für sie und für alle Völker, die unter Krieg, Hunger, Ungerechtigkeit und Armut leiden.
Mutter Gottes, die du auch unsere Mutter bist, dir vertrauen wir uns an und feierlich weihen wir die Kirche und die ganze Menschheit, insbesondere Russland und die Ukraine, deinem Unbefleckten Herzen. Nimm diesen unseren Weiheakt an, den wir mit Vertrauen und Liebe vollziehen. Gib, dass der Krieg aufhört und schenke der Welt den Frieden. Durch dein von Herzen kommendes Ja trat der Fürst des Friedens ein in die Geschichte; wir vertrauen darauf, dass der Friede auch jetzt wieder über dein Herz zu uns kommt. Dir also weihen wir die Zukunft der ganzen Menschheitsfamilie, die Nöte und Erwartungen der Völker, die Ängste und Hoffnungen der Welt.
Die göttliche Barmherzigkeit ergieße sich durch dich über die Erde und der liebliche Herzschlag des Friedens bestimme wieder unsere Tage. Frau des Ja, auf die der Heilige Geist herabkam, lass uns miteinander wieder in die Harmonie Gottes finden. Stille den Durst unserer Herzen, du „strömender Quell der der Hoffnung“. Du hast das Menschsein in Jesus eingewoben, so mach auch uns zu Handwerkern der Gemeinschaft. Du bist auf unseren Wegen gewandelt, geleite uns auf den Pfaden des Friedens. Amen.
Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns.
Gott Vater im Himmel,
erbarme dich unser.
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott Heiliger Geist
Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott
Heilige Maria,
bitte für uns.
Heilige Mutter Gottes
Heilige Jungfrau der Jungfrauen
Mutter Christi
Mutter der Kirche
Mutter der göttlichen Gnade
Mutter der Hoffnung
Du reine Mutter
Du keusche Mutter
Du unversehrte Mutter
Du unbefleckte Mutter
Du liebenswürdige Mutter
Du wunderbare Mutter
Du Mutter des guten Rates
Du Mutter des Schöpfers
Du Mutter des Erlösers
Du Mutter der Barmherzigkeit
Du weise Jungfrau
Du ehrwürdige Jungfrau
Du lobwürdige Jungfrau
Du mächtige Jungfrau
Du gütige Jungfrau
Du getreue Jungfrau
Du Spiegel der göttlichen Heiligkeit
Du Sitz der Weisheit
Du Ursache unserer Freude
Du Tempel des Heiligen Geistes
Du Tabernakel der ewigen Herrlichkeit
Du Wohnung, ganz Gott geweiht
Du geheimnisvolle Rose
Du Turm Davids
Du elfenbeinerner Turm
Du goldenes Haus
Du Arche des Bundes
Du Pforte des Himmels
Du Morgenstern
Du Heil der Kranken
Du Zuflucht der Sünder
Du Hilfe der Migranten
Du Trösterin der Betrübten
Du Hilfe der Christen
Du Königin der Engel
Du Königin der Patriarchen
Du Königin der Propheten
Du Königin der Apostel
Du Königin der Märtyrer
Du Königin der Bekenner
Du Königin der Jungfrauen
Du Königin aller Heiligen
Du Königin, ohne Makel der Erbsünde empfangen
Du Königin, in den Himmel aufgenommen
Du Königin des heiligen Rosenkranzes
Du Königin der Familien
Du Königin des Friedens
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
verschone uns, o Herr.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
erhöre uns, o Herr.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
erbarme dich unser, o Herr.
Bitte für uns, o heilige Gottesmutter.
Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi.
Gütiger Gott,
du hast allen Menschen Maria zur Mutter gegeben;
höre auf ihre Fürsprache;
nimm von uns die Traurigkeit dieser Zeit,
dereinst aber gibt uns die ewige Freude.
Durch Christus, unsern Herrn.
Amen.
Einführung
Der Kreuzweg führt mitten durch die Straßen unseres Alltags. Wir, Herr, gehen für gewöhnlich in die entgegengesetzte Richtung zu der deinen. Gerade so kann es uns passieren, dass wir dein Angesicht sehen, dass wir deinen Blick kreuzen. Wir gehen unsere gewohnten Wege und du kommst auf uns zu. Deine Augen sehen in unsere Herzen. Dann zögern wir so weiterzugehen, als ob nichts geschehen wäre. Wir können uns umdrehen, dich ansehen, dir folgen. Wir können uns in deinen Weg hineinversetzen und erahnen, dass es besser ist, die Richtung zu ändern.
Aus dem Evangelium nach Markus (10,21)
Da sah ihn Jesus an, gewann ihn lieb und sagte: »Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!«
Jesus ist dein Name, und wahrlich, »Gott rettet« durch dich. Der Gott Abrahams, der ruft, der Gott Isaaks, der fürsorglich ist, der Gott Jakobs, der segnet, der Gott Israels, der befreit: in deinem Blick, Herr, der du durch Jerusalem gehst, liegt eine ganze Offenbarung. In deinen Schritten, die aus der Stadt hinausgehen, sehen wir unseren Aufbruch in ein neues Land. Du bist gekommen, um die Welt zu verändern: Das bedeutet für uns, die Richtung zu ändern, das Gute zu sehen, das du hinterlassen hast, und die Erinnerung an deinen Blick in unseren Herzen weiterwirken zu lassen.
Die Via Crucis ist das Gebet derer, die in Bewegung sind. Sie unterbricht unsere gewohnten Pfade, damit wir von der Müdigkeit zur Freude gelangen. Es ist wahr, dass der Weg Jesu uns einiges kostet: In dieser Welt, in der alles berechnet wird, hat die Freigebigkeit einen hohen Preis. Doch in der Hingabe erblüht alles neu: Eine in Parteiungen gespaltene und von Konflikten zerrissene Stadt nähert sich der Versöhnung; eine verdorrte Religiosität entdeckt wieder die Fruchtbarkeit der Verheißungen Gottes; selbst ein Herz aus Stein kann sich in ein Herz aus Fleisch verwandeln. Wir brauchen bloß auf die Einladung zu hören, »Komm und folge mir nach!«, und jenem liebevollen Blick vertrauen.
I. Station
Jesus wird zum Tode verurteilt
Aus dem Evangelium nach Lukas (23,13-17)
Pilatus rief die Hohepriester und die anderen führenden Männer und das Volk zusammen und sagte zu ihnen: »Ihr habt mir diesen Menschen hergebracht und behauptet, er wiegle das Volk auf. Und siehe, ich selbst habe ihn in eurer Gegenwart verhört und habe an diesem Menschen die Schuld, wegen der ihr ihn anklagt, nicht gefunden, auch Herodes nicht, denn er hat ihn zu uns zurückgeschickt. Ihr seht also: Er hat nichts getan, worauf die Todesstrafe steht. Daher will ich ihn auspeitschen lassen und dann freilassen.«
So ist es nicht gekommen. Er hat dich nicht freigelassen. Und doch hätte es auch anders gehen können. Das ist das dramatische Spiel unserer Freiheit. Das, wofür du, Herr, uns so sehr geschätzt hast. Du hast Herodes und Pilatus, Freunden und Feinden vertraut. Du bist unerschütterlich in dem Vertrauen, mit dem du dich in unsere Hände gibst. Daraus können Wunder entstehen: wenn wir zu Unrecht Angeklagte befreien, wenn wir die Vielschichtigkeit von Situationen ergründen, wenn wir uns Urteilen widersetzen, die töten. Selbst Herodes hätte der heiligen Unruhe folgen können, die ihn zu dir hinzog: Er tat es nicht, nicht einmal, als er schließlich vor dir stand. Pilatus hätte dich freilassen können: Er hatte dich bereits freigesprochen. Er tat es nicht. Der Kreuzweg, Jesus, ist eine Möglichkeit, die wir schon zu oft verworfen haben. Dazu bekennen wir uns, wir, die wir gefangen sind in den Rollen, die wir nicht ablegen wollten, weil uns die Unannehmlichkeiten eines Richtungswechsels Sorgen bereiteten. Du stehst weiterhin still vor uns: in jeder Schwester und jedem Bruder, die Urteilen und Vorurteilen ausgesetzt sind. Immer wieder gibt es religiöse Argumente, juristische Spitzfindigkeiten, einen scheinbar gesunden Menschenverstand, der sich vom Schicksal anderer nicht berühren lässt: Tausend Gründe ziehen uns auf die Seite von Herodes, den Priestern, Pilatus und der Volksmenge. Und doch kann es auch anders gehen. Jesus, du wäschst dir die Hände nicht rein. Du liebst weiter, im Stillen. Du hast Deine Entscheidung getroffen und jetzt sind wir an der Reihe.
Lasst uns beten: Öffne mein Herz, Jesus
Wenn eine verurteilte Person vor mir steht.
Öffne mein Herz, Jesus
Wenn meine Gewissheiten Vorurteile sind.
Öffne mein Herz, Jesus
Wenn Starrheit mein Leben bestimmt.
Öffne mein Herz, Jesus
Wenn mich das Gute heimlich anzieht.
Öffne mein Herz, Jesus
Wenn ich gern mutig wäre, aber Angst habe, etwas zu verlieren.
Öffne mein Herz, Jesus
II. Station
Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
Aus dem Evangelium nach Lukas (9,43b-45)
Und alle waren außer sich vor Staunen über die Größe Gottes. Alle Leute staunten über das, was Jesus tat; er aber sagte zu seinen Jüngern: »Behaltet diese Worte in euren Ohren: Der Menschensohn wird nämlich in die Hände von Menschen ausgeliefert werden.« Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, sodass sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.
Seit Monaten, vielleicht seit Jahren, lag diese Last auf deinen Schultern, Jesus. Wenn du davon sprachst, hat niemand auf dich gehört: ein unüberwindbarer Widerstand, der sich nur erahnen lässt. Du hast das Kreuz nicht gesucht, aber du hast gespürt, wie es immer deutlicher auf dich zukam. Du hast es angenommen, aber nur, weil du nicht bloß die Last, sondern auch die Verantwortung gespürt hast. Dein Kreuzweg, Jesus, führt nicht nur bergauf. Auf ihm steigtst du herab zu denen, die du geliebt hast, in die Welt, die Gott liebt. Er ist eine Antwort, Übernahme von Verantwortung. Er kostet etwas, so wie die wahrhaftigsten Bindungen und schönsten Liebesbeziehungen etwas kosten. Die Last, die du trägst, erzählt von dem Atem, der dich bewegt, von jenem Geist, „der Herr ist und lebendig macht“. Wer weiß, warum wir geradezu Angst haben, dich hierzu zu befragen. In Wirklichkeit sind wir es, die einen kurzen Atem haben, weil wir ständig der Verantwortung ausweichen. Es würde genügen, nicht wegzulaufen und zu bleiben: bei denen, die du uns gegeben hast; in dem Umfeld, in das du uns hineingestellt hast. Uns zu binden und dabei zu spüren, dass wir nur so aufhören, Gefangene unserer selbst zu sein. Der Egoismus ist belastender als das Kreuz. Die Gleichgültigkeit ist belastender als das Miteinander-Teilen. Der Prophet hatte es verkündet: Die Jungen werden müde und matt, junge Männer stolpern und stürzen. Die aber auf den Herrn hoffen, empfangen neue Kraft, wie Adlern wachsen ihnen Flügel. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt (Jes 40,30-31).
Lasst uns beten: Befreie uns von der Müdigkeit, Herr!
Wenn wir in unseren Sorgen um uns selbst kreisen.
Befreie uns von der Müdigkeit, Herr!
Wenn wir meinen, wir hätten keine Kraft, uns um andere zu kümmern.
Befreie uns von der Müdigkeit, Herr!
Wenn wir nach Ausreden suchen, um uns unserer Verantwortung zu entziehen.
Befreie uns von der Müdigkeit, Herr!
Wenn wir Talente und Fähigkeiten haben, die wir einbringen können.
Befreie uns von der Müdigkeit, Herr!
Wenn sich unser Herz von Ungerechtigkeit noch erschüttern lässt.
Befreie uns von der Müdigkeit, Herr!
III. Station
Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
Aus dem Evangelium nach Lukas (10,13-15)
»Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Machttaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind – längst schon wären sie in Sack und Asche umgekehrt. Doch Tyrus und Sidon wird es beim Gericht erträglicher ergehen als euch. Und du, Kafarnaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhoben werden? Bis zur Unterwelt wirst du hinabsteigen!«
Es war wie ein erster Tiefpunkt und du, Jesus, hast harsche Worte für jene Orte gefunden, die dir so teuer waren. Die Saat deines Wortes schien ins Leere gefallen zu sein, ebenso wie jede deiner befreienden Gesten. Jeder Prophet hat das niederschmetternde Gefühl der Erfolglosigkeit erfahren, um dann wieder auf den Wegen Gottes weiterzugehen. Dein Leben, Jesus, ist ein Gleichnis: Du fällst nie vergebens in unseren Boden. Sogar bei jenem ersten Mal wurde die Enttäuschung schon bald unterbrochen von der Freude der Deinen, die du ausgesandt hattest: Sie kehrten von ihrer Mission zu dir zurück und berichteten dir von den Zeichen des Reiches Gottes. Da hast du in spontaner, überschwänglicher Freude gejubelt, deren ansteckende Energie uns mitreißt. Du hast den Vater gepriesen, der den Gelehrten und Klugen seine Pläne verbirgt, um sie den Unmündigen zu offenbaren. Auch der Kreuzweg ist tief in die Erde eingezeichnet: Die Mächtigen kommen ihr nicht nahe, sie würden gern den Himmel berühren. Doch der Himmel ist hier, er ist herabgekommen, man begegnet ihm sogar im Fallen, wenn man auf dem Boden bleibt. Die Erbauer von Babel sagen uns, dass man nichts falsch machen darf und dass diejenigen, die fallen, verloren sind. Das ist die Baustelle der Hölle. Die Ökonomie Gottes hingegen tötet nicht, sie sondert niemanden aus, erdrückt nicht. Sie ist demütig, der Erde treu. Dein Weg, Jesus, ist der Weg der Seligpreisungen. Er zerstört nicht, sondern pflegt, schützt und bewahrt.
Lasst uns beten: Dein Reich komme
Für diejenigen, die sich als Versager fühlen.
Dein Reich komme
Gegen eine Wirtschaft, die tötet.
Dein Reich komme
Um denen, die gefallen sind, wieder Kraft zu geben.
Dein Reich komme
In den Wettbewerbsgesellschaften und bei denen, die nach den ersten Plätzen streben.
Dein Reich komme
In denen, die an den Ländergrenzen lagern und sich am Ende ihres Weges wähnen.
Dein Reich komme
IV. Station
Jesus begegnet seiner Mutter
Aus dem Evangelium nach Lukas (8,19-21)
Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm; sie konnten jedoch wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: »Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen.« Er erwiderte ihnen: »Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und tun.«
Deine Mutter ist da, am Kreuzweg: Sie war deine erste Jüngerin. Deine Mutter ist da mit sanfter Entschlossenheit, mit ihrem Verstand, der alles im Herzen bewahrt und bedenkt. Von dem Moment an, als sie nach ihrer Bereitschaft gefragt wurde, dich in ihrem Schoß aufzunehmen, wandte sie sich dir zu, kehrte sie sich dir zu. Sie hat ihre Wege nach den deinen ausgerichtet. Es war kein Verzicht, sondern eine fortwährende Entdeckung, bis hin zu Golgota: Dir zu folgen bedeutet, dich gehen zu lassen; dich bei sich zu haben, bedeutet, Platz für das Neue zu schaffen, das du schenkst. Jede Mutter weiß das: Ein Kind überrascht. Geliebter Sohn, du erkennst diejenigen als deine Mutter und deine Geschwister an, die zuhören und sich verändern lassen. Sie reden nicht, sondern handeln. Bei Gott sind Worte Taten, Verheißungen sind Wirklichkeit: Auf dem Kreuzweg, o Mutter, gehörst du zu den wenigen, die sich daran erinnern. Jetzt ist es der Sohn, der dich braucht: Er spürt, dass du nicht verzweifelst. Er spürt, dass du weiterhin in deinem Schoß das ewige Wort hervorbringst. Auch wir können dir, Jesus, nur folgen, weil wir Nachkommen derer sind, die dir gefolgt sind. Auch wir werden neu zur Welt gebracht durch den Glauben deiner Mutter und der zahllosen Zeugen, die selbst dort fruchtbar sind, wo alles vom Tod gezeichnet ist. Damals in Galiläa waren sie es, die dich sehen wollten. Nun, da du den Kalvarienberg hinaufsteigst, suchst du deinerseits den Blick derer, die hören und danach handeln. Unsagbares Einvernehmen. Unauflöslicher Bund.
Lasst uns beten: Siehe, meine Mutter
Maria hört zu und spricht.
Siehe, meine Mutter
Maria fragt und sinnt nach.
Siehe, meine Mutter
Maria verlässt das Haus und bricht entschlossen auf.
Siehe, meine Mutter
Maria jubelt und tröstet.
Siehe, meine Mutter
Maria nimmt auf und umsorgt.
Siehe, meine Mutter
Maria wagt und beschützt.
Siehe, meine Mutter
Maria fürchtet keine Urteile und Unterstellungen.
Siehe, meine Mutter
Maria wartet und bleibt.
Siehe, meine Mutter
Maria orientiert und begleitet.
Siehe, meine Mutter
Maria gibt dem Tod keinen Raum.
Siehe, meine Mutter
V. Station
Simon von Kyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
Aus dem Evangelium nach Lukas (23,26)
Als sie Jesus hinausführten, ergriffen sie Simon, einen Mann aus Kyrene, der gerade vom Feld kam. Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage.
Er bot sich nicht selbst an, sie hielten ihn dazu an. Simon war auf dem Rückweg von seiner Arbeit und sie luden ihm das Kreuz eines Verurteilten auf. Er hatte wohl einen passenden Körperbau, aber gewiss war sein Ziel ein anderes, seine Pläne waren andere. Gott kann man auf diese Weise begegnen. Wer weiß warum, Jesus, aber dieser Name – Simon von Kyrene – wurde unter deinen Jüngern bald unvergesslich. Auf dem Kreuzweg waren sie nicht dabei und wir auch nicht, aber Simon schon. Das gilt bis heute: Während einer alles gibt, kann man woanders sein, sogar auf der Flucht, oder man kann in die Angelegenheit hineinverwickelt werden. Wir glauben, Jesus, dass wir uns an den Namen von Simon erinnern, weil dieses unerwartete Ereignis ihn für immer verändert hat. Er hörte nicht mehr auf, an dich zu denken. Er wurde zu einem Teil deines Leibes, ein direkter Zeuge davon, wie sehr du dich von jedem anderen Verurteilten unterscheidest. Simon von Kyrene musste dein Kreuz tragen, ohne darum gebeten zu haben, wie das Joch, von dem du einst gesprochen hast: »Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht« (Mt 11,30). Auch die Tiere arbeiten besser, wenn sie sich gemeinsam vorwärtsbewegen. Und du, Jesus, liebst es, uns in dein Wirken mit einzubeziehen, das den Erdboden lockert, damit neu eingesät werden kann. Wir brauchen diese erstaunliche Leichtigkeit. Wir brauchen jemanden, der uns bisweilen anhält und uns ein Stück Wirklichkeit auf die Schultern lädt, das schlicht und einfach getragen werden muss. Man kann den ganzen Tag lang arbeiten, doch ohne dich ist es vergebens. Umsonst mühen sich die Bauleute, vergeblich wacht der Hüter der Stadt, wenn nicht Gott sie erbaut (vgl. Ps 127). So entsteht auf dem Kreuzweg das neue Jerusalem. Und wir schlagen, wie Simon von Kyrene, einen neuen Weg ein und arbeiten mit dir zusammen.
Lasst uns beten: Halte unser Eilen auf, Herr
Wenn wir unseren eigenen Weg gehen, ohne jemandem ins Gesicht zu sehen.
Halte unser Eilen auf, Herr
Wenn uns die Nachrichten nicht berühren.
Halte unser Eilen auf, Herr
Wenn Personen zu Zahlen werden.
Halte unser Eilen auf, Herr
Wenn wir nie Zeit haben, zuzuhören.
Halte unser Eilen auf, Herr
Wenn wir es eilig haben, zu entscheiden.
Halte unser Eilen auf, Herr
Wenn Planänderungen nicht zulässig sind.
Halte unser Eilen auf, Herr
VI. Station
Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
Aus dem Evangelium nach Lukas (9,29-31)
Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß. Und siehe, es redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen in Herrlichkeit und sprachen von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte.
Aus dem Buch der Psalmen (27,8-9a)
Mein Herz denkt an dich: »Suchet mein Angesicht!«
Dein Angesicht, Herr, will ich suchen. Verbirg nicht dein Angesicht vor mir.
In deinem Angesicht, Jesus, sehen wir dein Herz. Wir sehen die Entschlossenheit in deinen Augen, sie zeichnet dein Gesicht, sie verleiht deinen Zügen einen Ausdruck von unverwechselbarer Aufmerksamkeit. Du nimmst Veronika wahr, so wie du mich wahrnimmst. Ich suche dein Angesicht, das von deiner Entschlossenheit zeugt, uns bis zum letzten Atemzug zu lieben: Und sogar darüber hinaus, denn »stark wie der Tod ist die Liebe« (Hld 8,6). Das, was unsere Herzen verändert, ist dein Angesicht, das ich gern betrachten und bewahren möchte. Du schenkst dich uns, Tag für Tag, im Antlitz eines jeden Menschen, das ein lebendiges Andenken an deine Menschwerdung ist. Denn jedes Mal, wenn wir uns den Geringsten zuwenden, widmen wir den Gliedern deines Leibes Aufmerksamkeit und du bleibst bei uns. So erhellst du unser Herz und unseren Blick. Statt abzuweisen, nehmen wir nun auf. Auf dem Kreuzweg kann unser Angesicht endlich strahlend werden wie das deine und Segen verbreiten. Du hast uns die Erinnerung daran eingeprägt, eine Vorahnung deiner Wiederkunft, wenn du uns auf den ersten Blick erkennen wirst, jeden einzelnen. Vielleicht werden wir dir dann ähnlich sein. Und wir werden eintreten in einen unaufhörlichen Dialog von Angesicht zu Angesicht, in einer Vertrautheit, derer wir als Familie Gottes nie müde werden.
Lasst uns beten: Präge deine Erinnerung in uns ein, Jesus
Wenn unser Gesicht ausdruckslos ist.
Präge deine Erinnerung in uns ein, Jesus
Wenn unser Herz unbeteiligt ist.
Präge deine Erinnerung in uns ein, Jesus
Wenn unsere Taten spalten.
Präge deine Erinnerung in uns ein, Jesus
Wenn unsere Entscheidungen verletzen.
Präge deine Erinnerung in uns ein, Jesus
Wenn unsere Pläne andere ausschließen.
Präge deine Erinnerung in uns ein, Jesus
VII. Station
Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
Aus dem Evangelium nach Lukas (15,2-6)
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: »Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen.« Da erzählte er ihnen dieses Gleichnis und sagte: »Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: „Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war!“«.
Hinfallen und aufstehen; hinfallen und erneut aufstehen. So hast du, Jesus, uns gelehrt, das Abenteuer des menschlichen Lebens zu verstehen. Es ist menschlich, weil es offen ist. Maschinen dürfen keine Fehler machen: Wir erwarten, dass sie perfekt funktionieren. Menschen hingegen zögern, lassen sich ablenken, verirren sich. Doch sie kennen auch die Freude: des Neubeginns, der Neugeburt. Menschen entstehen nicht mechanisch – sie sind wie „handgemacht“: Wir sind Unikate, ein Flechtwerk von Gnade und Verantwortung. Jesus, du bist einer von uns geworden; du hattest keine Angst zu stolpern und zu fallen. Wem das peinlich ist, wer sich mit Unfehlbarkeit brüstet, wer seine Stürze verheimlicht und die Stürze anderer nicht verzeiht, der verleugnet den Weg, den du gewählt hast. Du, Jesus, bist der Herr der Freude. Durch dich werden wir alle wiedergefunden und nach Hause zurückgebracht, wie das eine Schaf, das sich verirrt hatte. Unmenschlich ist eine Wirtschaft, in der neunundneunzig mehr wert sind als einer. Und doch haben wir eine Welt errichtet, die so funktioniert: eine Welt der Berechnungen und Algorithmen, kalter Logik und unerbittlichen Interessen. Das Gesetz deines Hauses, der göttlichen Ökonomie, ist anders, Herr. Sich dir zuzuwenden, der du fällst und wieder aufstehst, bedeutet eine Kursänderung, einen Tempowechsel – eine Kehrtwende, die wieder Freude schenkt und uns nach Hause bringt.
Lasst uns beten: Richte uns wieder auf, Gott, unser Heil
Wir sind Kinder, die manchmal weinen.
Richte uns wieder auf, Gott unser Heil
Wir sind Jugendliche, die sich unsicher fühlen.
Richte uns wieder auf, Gott unser Heil
Wir sind junge Menschen, die von zu vielen Erwachsenen verachtet werden.
Richte uns wieder auf, Gott unser Heil
Wir sind Erwachsene, die Fehler gemacht haben.
Richte uns wieder auf, Gott unser Heil
Wir sind alte Menschen, die noch träumen wollen.
Richte uns wieder auf, Gott unser Heil
VIII. Station
Jesus begegnet den Frauen von Jerusalem
Aus dem Evangelium nach Lukas (23,27-31)
Es folgte ihm eine große Menge des Volkes, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch und eure Kinder! Denn siehe, es kommen Tage, da wird man sagen: Selig die Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben. Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns! und zu den Hügeln: Deckt uns zu! Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?
In den Frauen hast du, Jesus, schon immer eine besondere Übereinstimmung mit dem Herzen Gottes erkannt. Deshalb hast du in der großen Menschenmenge, die an jenem Tag ihre Richtung änderte und dir folgte, sofort die Frauen erblickt und wieder einmal ein besonderes Einvernehmen mit ihnen hergestellt. Die Stadt ist anders, wenn man ihre Bewohner im Schoß trägt, wenn man ihre Kinder stillt: Wenn man also nicht das Register der Herrschaft kennt, sondern die Dinge von innen heraus erlebt. Den Frauen, die pflichtgemäß das Klageritual vollziehen, rührst du das Herz an. Im Herzen nämlich verbinden sich die Ereignisse und dort entstehen Gedanken und Entscheidungen. »Weint nicht über mich.« Das Herz Gottes schlägt für sein Volk, es lässt eine neue Stadt entstehen: »Weint vielmehr über euch und über eure Kinder«. Es gibt nämlich ein Weinen, durch das alles neu ersteht. Es braucht jedoch Tränen des Bedauerns, für die man sich nicht schämen muss, Tränen, die man nicht für sich behält. Unser verletztes Zusammenleben in dieser zerrissenen Welt, o Herr, braucht aufrichtige Tränen, keine der Höflichkeit geschuldeten. Andernfalls wird wahr, was die Apokalyptiker vorausgesagt haben: Wir bringen nichts mehr hervor und dann bricht alles zusammen. Der Glaube hingegen versetzt Berge. Berge und Hügel fallen nicht auf uns herab, sondern zwischen ihnen tut sich ein neuer Weg auf. Es ist dein Weg, Jesus: ein Weg bergauf, auf dem dich die Apostel verlassen haben, aber deine Jüngerinnen – Mütter der Kirche – sind dir gefolgt.
Lasst uns beten: Gib uns ein mütterliches Herz, Jesus
Du hast der Kirche in der Geschichte viele heilige Frauen geschenkt.
Gib uns ein mütterliches Herz, Jesus
Du hast Überheblichkeit und Dominanz abgelehnt.
Gib uns ein mütterliches Herz, Jesus
Du hast dich der Tränen der Mütter angenommen und sie getröstet.
Gib uns ein mütterliches Herz, Jesus
Du hast den Frauen die Botschaft der Auferstehung anvertraut.
Gib uns ein mütterliches Herz, Jesus
Du hast der Kirche neue Charismen und ein neues Einfühlungsvermögen geschenkt.
Gib uns ein mütterliches Herz, Jesus
IX. Station
Jesus fällt zum dritten Mal
Aus dem Evangelium nach Lukas (7,44-49)
[Jesus] sagte zu Simon: Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser für die Füße gegeben; sie aber hat meine Füße mit ihren Tränen benetzt und sie mit ihren Haaren abgetrocknet. Du hast mir keinen Kuss gegeben; sie aber hat, seit ich hier bin, unaufhörlich meine Füße geküsst. Du hast mir nicht das Haupt mit Öl gesalbt; sie aber hat mit Balsam meine Füße gesalbt. Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie viel geliebt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der liebt wenig. Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben. Da begannen die anderen Gäste bei sich selbst zu sagen: Wer ist das, dass er sogar Sünden vergibt?
Nicht nur ein- oder zweimal, Jesus: Du fällst erneut. Schon als Kind bist du hingefallen, wie jedes Kind. So hast du unser Menschsein verstanden und angenommen. Wir fallen und wir fallen immer wieder. Wenn uns auch die Sünde von dir entfernt, so bringt dich dein Ohne-Sünde-Sein jedem Sünder näher, es verbindet dich unauflöslich mit seinem Fallen. Und dies bewegt zur Umkehr. Das ist ein Skandal für diejenigen, die auf Abstand gehen zu ihren Mitmenschen und zu sich selbst. Ein Skandal für diejenigen, die im Zwiespalt leben zwischen dem, was sein sollte und dem, was wirklich ist. Angesichts deiner Barmherzigkeit, Jesus, zerfällt jede Heuchelei. Masken und schöne Fassaden nützen nichts mehr. Gott sieht das Herz. Er liebt das Herz. Er erwärmt das Herz. Und so richtest du mich auf und lässt mich weitergehen auf noch nie begangenen, kühnen und großherzigen Wegen. Wer bist du, Jesus, dass du sogar Sünden vergibst? Wieder auf der Erde liegend, auf dem Kreuzweg, bist du der Retter dieser unserer Erde. Wir bewohnen sie nicht nur, sondern wir sind aus ihr geformt. Am Boden liegend formst du uns weiterhin, wie ein geschickter Töpfer.
Lasst uns beten: Wir sind Ton in deinen Händen
Wenn die Dinge scheinbar nicht zu ändern sind, erinnere uns daran:
Wir sind Ton in deinen Händen
Wenn kein Ende der Konflikte in Sicht ist, erinnere uns daran:
Wir sind Ton in deinen Händen
Wenn die Technik uns glauben macht, wir seien allmächtig, erinnere uns daran:
Wir sind Ton in deinen Händen
Wenn Erfolge uns von der Erde „abheben“ lassen, erinnere uns daran:
Wir sind Ton in deinen Händen
Wenn wir mehr auf den äußeren Schein bedacht sind als auf das Herz, erinnere uns daran:
Wir sind Ton in deinen Händen
X. Station
Jesus wird seiner Kleider beraubt
Aus dem Buch Ijob (1,20-22)
Da stand Ijob auf, zerriss sein Gewand, schor sich das Haupt, fiel auf die Erde, betete und sprach: Nackt kam ich hervor aus dem Schoß meiner Mutter; nackt kehre ich dahin zurück. Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn. Bei alldem sündigte Ijob nicht und gab Gott keinen Anstoß.
Du entkleidest dich nicht, du wirst entkleidet. Der Unterschied ist uns allen klar, Jesus. Nur wer uns liebt, darf unsere Verletzlichkeit in seine Hände und in seinem Blick nehmen. Wir fürchten hingegen die Augen derer, die uns nicht kennen und die nur besitzen wollen. Du bist nackt und allen ausgeliefert, aber du verwandelst selbst Demütigung in Vertrautheit. Du willst dich selbst denen, die dich zerstören, als Vertrauter offenbaren, du betrachtest diejenigen, die dich entkleiden, als geliebte Menschen, die dir der Vater gegeben hat. Hier ist noch mehr Geduld und sogar noch mehr Glaube als bei Ijob. Du bist der Bräutigam, der sich einnehmen und berühren lässt und alles zum Guten wendet. Du hinterlässt uns deine Kleider als Reliquien einer vollendeten Liebe. Sie sind in unseren Händen, weil du bei uns, weil du mit uns warst. Wir haben deine Kleider behalten und werfen nun das Los um sie, doch das Los begünstigt hier nicht nur einen, sondern alle. Du kennst jeden Einzelnen von uns, um alle, alle, alle zu retten. Und wenn dir die Kirche heute wie ein zerrissenes Gewand erscheint, dann lehre uns, das Gewebe unserer Geschwisterlichkeit, die auf deiner Gabe beruht, zu erneuern. Wir sind dein Leib, dein unteilbares Gewand, deine Braut. Das sind wir gemeinsam. Für uns ist die Messschnur auf liebliches Land gefallen, unser Erbe ist herrlich (vgl. Ps 16,6).
Lasst uns beten: Schenke deiner Kirche Frieden und Einheit
Herr Jesus, du siehst deine Jünger gespalten.
Schenke deiner Kirche Frieden und Einheit
Herr Jesus, der du die Wunden unserer Geschichte trägst.
Schenke deiner Kirche Frieden und Einheit
Herr Jesus, der du die Zerbrechlichkeit unserer Liebe kennst.
Schenke deiner Kirche Frieden und Einheit
Herr Jesus, der du willst, dass wir Glieder deines Leibes sind.
Schenke deiner Kirche Frieden und Einheit
Herr Jesus, der du das Gewand der Barmherzigkeit trägst.
Schenke deiner Kirche Frieden und Einheit
XI. Station
Jesus wird an das Kreuz genagelt
Aus dem Evangelium nach Lukas (23,32-34a)
Zusammen mit Jesus wurden auch zwei Verbrecher zur Hinrichtung geführt. Sie kamen an den Ort, der Schädelhöhe heißt; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den andern links. Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!
Nichts erschreckt uns mehr als Unbeweglichkeit. Und du bist angenagelt, bewegungsunfähig, fixiert. Das bist du – jedoch zusammen mit anderen: nie allein, du hast entschieden, dich auch am Kreuz als der Gott mit uns zu offenbaren. Die Offenbarung bleibt nicht stehen, sie ist nicht festgenagelt. Du, Jesus, zeigst uns, dass in jeder Situation eine Entscheidung zu treffen ist. Das ist das Schwindelerregende an der Freiheit. Nicht einmal am Kreuz bist du neutralisiert: Du entscheidest, für wen du dort bist. Du schenkst dem einen wie dem anderen der mit dir Gekreuzigten deine Aufmerksamkeit: Du lässt die Beleidigungen des einen an dir abgleiten und nimmst die Bitte des anderen an. Du schenkst demjenigen Aufmerksamkeit, der dich kreuzigt und siehst in das Herz desjenigen, der nicht weiß, was er tut. Deine Aufmerksamkeit gilt dem Himmel: Du hättest ihn gerne heller, aber du durchbrichst den Bann der Dunkelheit mit dem Licht der Fürsprache. Ja, während du angenagelt bist, legst du Fürsprache ein: Du begibst dich zwischen die Parteien, zwischen die Gegensätze. Und du bringst sie vor Gott, denn dein Kreuz lässt Mauern fallen, lässt Schulden nach, hebt Urteile auf, schafft Versöhnung. Du bist das wahre Jubeljahr. Bekehr uns zu dir, Jesus, der du, ans Kreuz genagelt, alles vermagst.
Lasst uns beten: Lehre uns lieben
Wenn wir Kraft haben und wenn wir meinen, keine mehr zu haben.
Lehre uns lieben
Wenn wir durch ungerechte Gesetze oder Entscheidungen eingeschränkt werden.
Lehre uns lieben
Wenn wir von denen angegangen werden, die keine Wahrheit und Gerechtigkeit wollen.
Lehre uns lieben
Wenn wir versucht sind, zu verzweifeln.
Lehre uns lieben
Wenn wir sagen: „Da ist nichts mehr zu machen“.
Lehre uns lieben
XII. Station
Jesus stirbt am Kreuz
Aus dem Evangelium nach Lukas (23,45-49)
Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei. Und Jesus rief mit lauter Stimme: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Mit diesen Worten hauchte er den Geist aus. Als der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sagte: Wirklich, dieser Mensch war ein Gerechter. Und alle, die zu diesem Schauspiel herbeigeströmt waren und sahen, was sich ereignet hatte, schlugen sich an die Brust und gingen weg. Alle seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung, auch die Frauen, die ihm von Galiläa aus nachgefolgt waren und die dies mit ansahen.
Wo sind wir auf Golgota? Unter dem Kreuz? Mit etwas Abstand? Weit weg? Oder vielleicht sind wir wie die Apostel nicht mehr da. Du atmest, und dieser Atemzug, der letzte und der erste, verlangt nur danach, angenommen zu werden. Herr Jesus, führe uns hin zu deinem Geschenk. Lass nicht zu, dass dein Lebensatem sich verflüchtigt. Unsere Dunkelheit sucht das Licht. Unsere Tempel wollen endgültig offenbleiben. Jetzt ist der Heilige nicht mehr jenseits des Schleiers verborgen: Sein Geheimnis ist allen offenbart. Dies wird von einem Soldaten wahrgenommen, der aus der Nähe beobachtet, wie du stirbst, und eine neue Art von Stärke erkennt. Dies begreift die Menschenmenge, die sich mit ihren Schreien gegen dich gewandt hatte: zunächst war sie auf Distanz gegangen, nun begegnet sie dem Schauspiel einer noch nie gesehenen Liebe, einer Schönheit, die sie zum Umdenken bewegt. Denen, die dich sterben sehen, Herr, gibst du Gelegenheit sich an die Brust zu schlagen und umzukehren, sich an das Herz zu schlagen, damit seine Härte bricht. Jesus, gewähre uns, die wir dich oft noch aus der Ferne beobachten, dass wir in unserem Leben stets deiner gedenken, damit selbst der Tod uns eines Tages, wenn du kommen wirst, lebend antrifft.
Lasst uns beten: Komm, Heiliger Geist!
Wir haben uns von den Wunden des Herrn ferngehalten.
Komm, Heiliger Geist!
Beim Anblick unserer darniederliegenden Brüder und Schwestern haben wir uns abgewandt.
Komm, Heiliger Geist!
Die Barmherzigen und die Armen im Geiste erscheinen als Verlierer.
Komm, Heiliger Geist!
Gläubige und Ungläubige stehen vor dem Kreuz.
Komm, Heiliger Geist!
Die ganze Welt sucht nach einem neuen Anfang.
Komm, Heiliger Geist!
XIII. Station
Jesus wird vom Kreuz abgenommen
Aus dem Evangelium nach Lukas (23,50-53a)
Und siehe, da war ein Mann mit Namen Josef, ein Mitglied des Hohen Rats und ein guter und gerechter Mensch. Dieser hatte ihrem Beschluss und Vorgehen nicht zugestimmt. Er war aus Arimathäa, einer jüdischen Stadt, und wartete auf das Reich Gottes. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Und er nahm ihn vom Kreuz.
Dein Leib ist nun endlich in den Händen eines guten und gerechten Menschen. Du bist in den Schlaf des Todes gehüllt, Jesus, doch ein lebendiges und entschiedenes Herz nimmt sich deiner an. Josef gehörte nicht zu denen, die reden und nichts tun. »Er hatte ihrem Beschluss und Vorgehen nicht zugestimmt«, sagt das Evangelium. Und das ist eine gute Nachricht: Er, der die gängige Meinung nicht angenommen hat, nimmt dich an, Jesus. Es nimmt sich jemand deiner an, der Verantwortung übernommen hat. Du, Jesus, hast deinen Platz, in den Armen des Josef von Arimathäa, der „auf das Reich Gottes wartete“. Du hast deinen Platz bei denen, die noch hoffen, bei denen, die sich nicht damit abfinden, dass Ungerechtigkeit unvermeidlich ist. Du durchbrichst die Kette des Unausweichlichen, Jesus. Du durchbrichst die Automatismen, die das gemeinsame Haus und die Geschwisterlichkeit zerstören. Du gibst denen, die auf dein Reich warten, den Mut, vor die Obrigkeit hinzutreten: wie Mose vor den Pharao, wie Josef von Arimathäa vor Pilatus. Du befähigst uns zu großer Verantwortung, du machst uns mutig. So bist du gestorben und deine Herrschaft dauert fort. Und für uns, Jesus, heißt das: Dir zu dienen ist herrschen.
Lasst uns beten: Dir dienen ist herrschen
Die Hungrigen speisen.
Dir dienen ist herrschen
Den Durstigen zu trinken geben.
Dir dienen ist herrschen
Die Nackten kleiden.
Dir dienen ist herrschen
Die Fremden beherbergen.
Dir dienen ist herrschen
Die Kranken besuchen.
Dir dienen ist herrschen
Die Gefangenen besuchen.
Dir dienen ist herrschen
Die Toten begraben.
Dir dienen ist herrschen
XIV. Station
Jesus wird in das Grab gelegt
Aus dem Evangelium nach Lukas (23,53b-56)
[Er] hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war. Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach. Die Frauen in seiner Nachfolge, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, sahen das Grab und wie der Leichnam bestattet wurde. Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Salben und Öle zu. Am Sabbat aber hielten sie die vom Gebot vorgeschriebene Ruhe ein.
In einem System, das niemals zur Ruhe kommt, erlebst du, Jesus, deinen Sabbat. Auch die Frauen erleben ihn, zu denen die Aromen und Wohlgerüche bereits von der Auferstehung sprechen möchten. Lehre uns, nichts zu tun, wenn von uns verlangt ist, einfach abzuwarten. Lass uns nach den Zeiten der Erde leben, die nicht künstlich sind. Im Grabe liegend, teilst du Jesus unser Menschsein, das uns alle vereint, du gelangst hinab bis zu den Abgründen, die uns so sehr ängstigen. Sieh nur, wie wir ihnen entfliehen, indem wir unsere Betriebsamkeit vervielfachen. Wir drehen uns oft im Kreis, doch der Sabbat leuchtet mit seinen Lichtern: Er erzieht uns und verlangt von uns zu ruhen. Das göttliche Leben, das Leben, das dem Menschen angemessen ist, kennt die Ruhe des Sabbats. »Und ein jeder sitzt unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum und niemand schreckt ihn auf« (Mi 4,4), prophezeite Micha. Und Sacharja greift dies auf: »An jenem Tag – Spruch des Herrn der Heerscharen – werdet ihr einander einladen unter Weinstock und Feigenbaum« (vgl. Sach 3,10). Jesus, der du in unserer stürmischen Welt zu schlafen scheinst, nimm uns alle mit in den Frieden des Sabbats. Dann wird uns die ganze Schöpfung sehr schön und gut erscheinen, bestimmt für die Auferstehung. Und es wird Friede sein über deinem Volk und zwischen allen Völkern.
Lasst uns beten: Dein Friede komme
Für Erde, Luft und Wasser.
Dein Friede komme
Für die Gerechten und die Ungerechten.
Dein Friede komme
Für die, die nicht gesehen werden und keine Stimme haben.
Dein Friede komme
Für die, die weder Macht noch Geld haben.
Dein Friede komme
Für die, die auf einen gerechten Aufbruch warten.
Dein Friede komme
Abschließendes Gebet
»„Laudato si’, mi’ Signore – Gelobt seist du, mein Herr“, sang der heilige Franziskus von Assisi. In diesem schönen Lobgesang erinnerte er uns daran, dass unser gemeinsames Haus wie eine Schwester ist, [...]. Diese Schwester schreit auf wegen des Schadens, den wir ihr […] zufügen« (Enzyklika Laudato si', 1-2).
»„Fratelli tutti“ schrieb der heilige Franz von Assisi und wandte sich damit an alle Brüder und Schwestern, um ihnen eine dem Evangelium gemäße Lebensweise darzulegen« (Enzyklika Fratelli tutti, 1).
»„Er hat uns geliebt“, sagt Paulus über Christus […], um uns erkennen zu lassen, dass uns nichts von dieser Liebe „scheiden kann“« (Enzyiklika Dilexit nos, 1).
Wir sind den Kreuzweg gegangen; wir haben uns der Liebe zugewandt, von der uns nichts scheiden kann. Jetzt, da der König schläft und sich eine große Stille über die ganze Erde senkt, erbitten wir mit den Worten des heiligen Franziskus die Gabe der Umkehr des Herzens.
Höchster, glorreicher Gott,
erleuchte die Finsternis meines Herzens
und schenke mir rechten Glauben,
sichere Hoffnung,
vollkommene Liebe
und tiefgründende Demut.
Gib mir, Herr, das rechte Empfinden und Erkennen,
damit ich deinen heiligen und wahrhaften Auftrag erfülle. Amen.
Maria, sieh uns an! Wir sind hier vor dir. Du bist Mutter, du kennst unsere Mühen und unsere Wunden. Du, Königin des Friedens, leidest mit uns und für uns, wenn du siehst, wie viele deiner Kinder von Konflikten heimgesucht werden und aufgrund der Kriege, die die Welt zerreißen, verängstigt sind.
Es ist eine dunkle Stunde. Dies ist eine dunkle Stunde, Mutter. Und in dieser dunklen Stunde blicken wir tief in deine lichten Augen und vertrauen uns deinem Herzen an, das mit unseren Schwierigkeiten mitfühlt. Es war nicht frei von Befürchtungen und Ängsten: Wie viel Sorge, als es in der Herberge keinen Platz für Jesus gab, wie viel Furcht, als ihr eilig nach Ägypten geflohen seid, weil Herodes ihn töten wollte, wie viel Angst, als ihr ihn im Tempel verloren habt! Aber du, Mutter, bist in den Prüfungen beherzt gewesen, du bist mutig gewesen: Du hast auf Gott vertraut und auf die Sorge mit Fürsorge, auf die Furcht mit Liebe und auf die Angst mit Hingabe geantwortet. Mutter, du hast dich nicht zurückgezogen, sondern in den entscheidenden Momenten die Initiative ergriffen: Du bist zu Elisabet geeilt, bei der Hochzeit zu Kana hast du das erste Wunder von Jesus erwirkt, im Abendmahlssaal hast du die Jünger beisammengehalten. Und als auf Golgota ein Schwert deine Seele durchbohrte, hast du, Mutter, als demütige starke Frau, die Nacht des Leids mit österlicher Hoffnung durchwebt.
Mutter, ergreife jetzt noch einmal die Initiative, ergreife sie für uns in diesen von Konflikten zerrissenen und von Waffen verwüsteten Zeiten. Wende deinen barmherzigen Blick der Menschheitsfamilie zu, die den Weg des Friedens verlassen hat, die Kain dem Abel vorgezogen hat und die nicht wieder zu einer häuslichen Atmosphäre findet, da sie den Sinn für Geschwisterlichkeit verloren hat. Bitte für unsere Welt, die in Gefahr und Aufruhr ist. Lehre uns, das Leben anzunehmen und zu bewahren – jedes menschliche Leben! – und uns loszusagen vom Wahnsinn des Krieges, der Tod sät und die Zukunft auslöscht.
Maria, du bist schon oft auf uns zugekommen und hast uns um Gebet und Buße gebeten. Doch wir sind – von unseren Bedürfnissen eingenommen und von vielen weltlichen Interessen abgelenkt – taub gewesen für deinen Ruf. Aber du, Mutter, die du uns liebst, wirst unser nicht müde. Nimm uns an die Hand. Nimm uns an die Hand und führe uns zur Umkehr, mach, dass wir Gott wieder an die erste Stelle setzen. Hilf uns, die Einheit in der Kirche zu bewahren und Gemeinschaft in der Welt zu stiften. Erinnere uns an die Bedeutung unserer Aufgabe, lass uns wahrnehmen, dass wir Verantwortung tragen für den Frieden, dass wir gerufen sind zu beten und anzubeten und für das ganze Menschengeschlecht einzutreten und Wiedergutmachung zu leisten.
Mutter, alleine schaffen wir es nicht, ohne deinen Sohn können wir nichts tun. Aber du führst uns zu Jesus zurück, der unser Friede ist. Deshalb, Mutter Gottes und unsere Mutter, kommen wir zu dir und suchen Zuflucht in deinem unbefleckten Herzen. Wir bitten um Barmherzigkeit, Mutter der Barmherzigkeit; um Frieden, Königin des Friedens! Rüttle die Gemüter derer auf, die in Hass gefangen sind, bekehre diejenigen, die Konflikte nähren und schüren. Trockne die Tränen der Kinder – in dieser Stunde weinen sie sehr! –, steh den Einsamen und Alten bei, stärke die Verwundeten und Kranken, beschütze diejenigen, die ihre Heimat und ihre Liebsten verlassen mussten, tröste die Entmutigten, wecke wieder Hoffnung.
Wir vertrauen dir unser Leben an und weihen es dir, jede Faser unseres Seins, alles, was wir haben und sind, für immer. Wir weihen dir die Kirche, damit sie, indem sie der Welt die Liebe Jesu bezeugt, ein Zeichen der Eintracht, ein Werkzeug des Friedens sei. Wir weihen dir unsere Welt, besonders weihen wir dir die Länder und Gebiete, die sich im Krieg befinden.
Das gläubige Volk ruft zu dir, Morgenröte des Heils: Mutter, eröffne Lichtblicke in der Nacht der Konflikte. Du Wohnstatt des Heiligen Geistes, inspiriere die Verantwortlichen der Staaten zu Wegen des Friedens. Du Herrin aller Völker, versöhne deine Kinder, die vom Bösen verführt und von der Macht und vom Hass geblendet sind. Du, die du einem jeden nahe bist, verringere die Distanz zwischen uns. Du, die du für alle Mitgefühl hegst, lehre uns, für andere zu sorgen. Du, die du die Zärtlichkeit des Herrn offenbarst, lass uns zu Zeugen seines Trostes werden. Mutter, du Königin des Friedens, gieße die Harmonie Gottes in unsere Herzen ein. Amen.
Gebete, die der Engel gelehrt hat
Mein Gott, ich glaube an dich, ich bete dich an, ich hoffe auf dich und ich liebe dich! Ich bitte dich um Verzeihung für jene, die nicht glauben, dich nicht anbeten, nicht auf dich hoffen und dich nicht lieben.
Allerheiligste Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist, ich bete dich in Tiefe an und opfere dir auf den kostbaren Leib, das Blut, die Seele und die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus, gegenwärtig in allen Tabernakeln der Erde, zur Sühne für die Schmähungen, Entweihungen und Gleichgültigkeiten, durch die er selbst beleidigt wird. Durch die unendlichen Verdienste seines heiligsten Herzens und durch die Fürsprache des Unbefleckten Herzens Mariens bitte ich dich um die Bekehrung der armen Sünder.
Gebet, das die Gottesmutter gelehrt hat
O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.
Mein Gott, ich opfere dir auf
alle Gebete, Werke und Leiden dieses Tages,
in Vereinigung mit den heiligen Messopfern,
die auf der ganzen Welt dargebracht werden,
zur Sühne für meine Sünden,
für die Anliegen des Heiligen Vaters
und nach der Meinung, in der Jesus
sich im Altarsakrament opfert. Amen.
Bitte für uns, heilige Gottesmutter. Dass wir würdig werden der Verheißungen Christi. Lasset uns beten.
Gott, dein eingeborener Sohn hat uns durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung die Schätze des ewigen Heiles erworben. Wir verehren diese Geheimnisse im heiligen Rosenkranz der seligen Jungfrau Maria. Lass uns nachahmen, was sie enthalten, und erlangen, was sie verheißen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Wenn Avevia dir beim Beten hilft, bedeutet uns eine kleine Spende sehr viel. Wenn nicht, ist das in Ordnung — dein Gebet ist schon mehr als genug.